Besuchshunde & Bürohunde
Ein Hund, der anderen den Tag schöner macht
Die Ausbildung zum Besuchshund für Altenheim, Kindergarten und Schule – oder zum Bürobegleithund. Sieben Workshops in Theorie und Praxis, mit Prüfung am Ende. Die Grundausbildung ist für beide gleich.
Für wen
Welche Hunde sind geeignet?
Ihr Hund sollte zu Beginn mindestens acht Monate alt sein, freundlich gegenüber Menschen und sich über Kontakt freuen. Bürohunde müssen keinen Kontakt suchen – sie sollen oft gerade lernen, sich zurückzunehmen und in Ruhe zu warten.
Und wenn Sie gar nicht in eine Einrichtung gehen möchten? Dann lohnt es sich trotzdem. Wir festigen den Grundgehorsam: einen guten Rückruf, ein sicheres Stopp, einen Hund, der nicht alles frisst und nicht zu jedem hinläuft, ordentlich an der Leine geht und auf seinem Platz wartet. Und Sie lernen, Ihren Hund zu lesen – Stress, Angst, Ressourcenverteidigung – und ihn vor übergriffigen Menschen zu schützen.
Ich hatte anfangs Sorge, die Theorie könnte zu trocken sein. Hygiene und Zoonosen sind zugegeben nicht das spannendste Thema. Aber bisher haben wirklich alle gesagt, dass es eine Bereicherung war.
Ablauf
Sieben Workshops
- Workshop 1Wie lernt mein Hund? Aufbau des Trainings, Lernarten, Strafe und Verstärker, welche Signale der Hund braucht, Trainingstagebuch, Zoonosen und Hygiene. Reine Theorie, rund 4 Stunden, mit Handouts und Hausaufgaben.
- Workshop 2Kann ich meinen Hund lesen? Stress und Angst, Aggression und Ressourcenverteidigung erkennen und umlenken, Körpersprache offensiv und defensiv. Ebenfalls Theorie, rund 4 Stunden, mit Hausaufgaben.
- Workshop 3–7Praxis mit Hund. Wir prüfen die Grundsignale (Rückruf, Stopp, Nein, Leinenführigkeit, Bleib) und erarbeiten, dass sich die Hunde Menschen angemessen nähern, Leckerchen ruhig und erst nach Erlaubnis nehmen, sich positionieren lassen und auf einem zugewiesenen Platz warten. Je rund 2 Stunden, mit Pausen für Mensch und Hund.
- PrüfungDie theoretische Prüfung machen Sie bei mir, die praktische nehmen zwei andere Hundetrainerinnen bzw. -trainer ab.
Die Theorie-Workshops finden sonntags statt, die Praxis auch unter der Woche. Zwischen den ersten beiden Workshops liegen etwa sechs Wochen – Skripte und Hausaufgaben brauchen Zeit und Ruhe, und die meisten haben ja auch noch ein Leben neben der Weiterbildung. Gearbeitet wird in kleinen Gruppen.
Kosten & Einsatz
Was die Ausbildung kostet
Für Altenheime, Kindergärten und Schulen gibt es auf Wunsch Schulungsmaterial und Planungshilfen für Besuche – im Altenheim eher Grundlagen der Validation und Ideen zur Aktivierung, in Kita und Schule Material zur Beißprävention und zur Biologie des Hundes. Diese Unterlagen werden zum Gruppenstundenpreis dazugebucht. Meiner Erfahrung nach nehmen Kinder auf Hunde übrigens viel mehr Rücksicht als auf Erzieher und Lehrer.
Für Besuche in Kita, Schule und Altenheim reicht die Ausbildung in der Regel aus, Sie sind dann über das Ehrenamt versichert. Wenn Sie selbst Lehrerin oder Lehrer sind und Ihren Hund mit in den Unterricht nehmen möchten, klären Sie bitte mit Ihrer Schulleitung, ob die Ausbildung anerkannt wird – eine allgemeingültige Vorschrift gibt es nicht.
Und wenn Sie mit Ihrem Hund ins Altenheim gehen: Für viele Bewohnerinnen und Bewohner sind Sie das Highlight des Tages.